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Meditation – Was, warum, wieso?

von | Nov 3, 2018 | Meditation | 0 Kommentare

Eines Tages war es so weit. Nach dem zweiten Kletterunfall bei uns in der Kletterhalle hatte ich meine tiefe Motivation zum Klettern verloren. Noch dazu ist mein lieber Kletterpartner und bester Freund weggezogen, so dass ich mich auf einen neuen Partner hätte einstellen müssen. Leider ging das irgendwie nicht. So fing ich an vermehrt zu bouldern, und dennoch fehlte mir etwas Bestimmtes.

Klettern war meine Zuflucht

Nach Äthiopien war ich in eine Art Stagnation gefallen. Es war ein Kulturschock wieder zurück in Deutschland zu sein und wieder in dem System festzuhängen, das meiner Meinung nach nicht funktionieren kann und auch schon lange nicht mehr funktioniert. Ach wie gerne würde ich es ändern können. Konsum, Kommerz und Kapital sind für mich die großen Übel in der Welt, zusammen mit der Gier nach Geld. Profit ist die Maxime des Westens, und viele Menschen, die Tiere, die Natur, ja die Erde leiden darunter. Das Klettern hat mir die Kraft gegeben, die Ruhe, die Selbstsicherheit, die ich brauchte um wieder einen Fuß hier im Westen zu fassen. Nicht jeden Tag an das Negative zu denken und mich wieder auf mein Leben zu fokussieren. So wurde es zu meiner Zuflucht, mein Hobby und schließlich auch mein Job. Ich liebte es, doch dann kam der Rückschlag und ich verfiel wieder in die gleiche  Stagnation wie schon zuvor.

Es kam ganz von allein

Ich hatte mir vor dem Flug nach Äthiopien die Biografie, die Yoganada geschrieben hatte zur Hälfte gelesen, und dies schien gereicht zu haben, mich ganz unterbewusst zur Meditation zu führen.

Eines Tages kam ich von der Arbeit und dem Bouldern aus der Kletterhalle zurük, und ich fühlte mich irgendwie leer, ein wenig verloren und ein bisschen Niedergeschlagen (ich habe eigentlich immer gute Laune). Und dann tat ich es einfach so aus mir selbst heraus. Ich setzte mich hin, in den Schneidersitz, schloss die Augen und beobachtete meinen Atem. Ich schaffte vielleicht drei Minuten, dann riss ich die Augen auf, denn ich hatte irgendwie den Eindruck, dass ich sie öffnen musste, ich würde ja sonst irgendwas verpassen. Das Gefühl war überwältigend und ich konnte mich nicht richtig dagegen wehren. Ich war erstaunt, dass nur drei Minuten vergangen waren, und dachte mir, dass kann es jetzt ja nicht sein. Trotzdem fühlte ich mich schon entspannter, irgendwie gelassener.

Alles benötigt Übung

Also blieb ich gleich sitzen und schloss wieder die Augen. Und wie ich da saß! Der Rücken gebeugt, die Stirn, ja die Muskeln im ganzen Gesicht angespannt, mein ganzer Körper hielt hier und da, überall fest. Und siehe da, als der Drang die Augen aufzumachen wieder so groß wurde, dass ich ihn nicht aushalten konnte, riss ich die Augen auf, und es waren wieder nur drei Minuten rum. Ich war erstaunt über dieses intensive Bedürfnis die Augen zu öffnen, um zu wissen, was um mich herum los ist. Dabei saß ich zu Hause in meinem sehr gemütlichen und sehr ruhigen Wohnzimmer. Warum konnte ich nicht länger meditieren?

Also begann ich, mir meinen Wecker zu stellen, und stellte ich mir den Wecker in den nächsten Tagen auf eine bestimmte Zeit ein, erst fünf Minuten, dann sieben, dann zehn und schließlich saß ich am vierten Tag ganze fünfzehn Minuten.

Gibt es eine richtige Technik?

Das war mir noch zu wenig. Als mich dann mein Leben zu Yoga Vidya führte, und ich ein Yoga und Meditations-Einführungswochenende mitmachte erfuhr ich, was ich alles anders machen konnte, um meine Meditation zu verbessern.

Es gibt jedoch keine richtige Technik, sondern einfach nur „deine“ Technik. Du kannst tiefe Erfahrungen mit einer einfachen Achtsamkeitsmeditation machen, oder richtig abheben mit einer Energie-Meditation. Vielleicht erfährst du tiefe Verbundenheit mit allem was dich umgibt in einer Ausdehnungsmeditation, oder du befähigst dich neue Dinge leichter zu erlernen mit einer Meditation mit positiven Affirmationen. Oder du meditierst mit der am weitesten verbreiteten Meditationstechnik, der Japa-Meditation, in der du ein Mantra oder Wort wiederholst.

Leer und unsichtbar

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Kleine Rituale um dich einzustimmen

Sorge für einen bestimmten Ablauf vor der Meditation. Am Besten meditierst du immer zur gleichen Zeit und am selben Ort. Richte dir eine Ecke deiner Wohnung schön ein. Vielleicht mit einem kleinen Altar. Richte dir den Altar schön her mit Dingen, die dir etwas bedeuten, eine Symbolkraft für dich haben. Stell eine Kerze auf, vielleicht Blumen oder etwas aus der Natur. Mache den Ort deiner Meditation zu einem persönlichen Ort, der atmosphärisch ist, friedlich, ruhig und schön, so dass du gern zu ihm zurück kehrst. Dann nimm immer den gleichen Handlungsablauf vor, zum Beispiel eine Kerze anzünden, ein Räucherstäbchen anzünden, wohlwollende Gedanken in die Welt senden. Das alles hat zur Folge, dass dein Geist sich einrichtet auf: Ach, gleich wird wieder meditiert, dann beruhig ich mich schonmal.

Sitze bequem, aber fest und aufrecht

Der Meditationssitz ist etwas Essenzielles. Damit du die Sinne zurückziehen kannst und den Geist noch weiter beruhigen kannst, hilft es dir natürlich, wenn du ohne großes Geziepe, ohne Schmerzen sitzen kannst. Bei deinem Meditationssitz kommt es einzig darauf an, dass du ganz aufrecht, aber so entspannt wie möglich sitzen kannst.

Entspanne ganz bewusst den ganzen Körper

Letztlich willst du alle Muskeln entspannen während du meditierst, so dass du nirgendswo mehr fest hälst. Dadurch kannst du dann leichter deine Sinne nach innen lenken, dein Geist wird schneller ruhig. Du möchtest alle Muskeln entspannen, das gesamte Gesicht, Kiefer, Augen, Schulter und Nacken, Arme und Hände, aber auch deine Hüfte und Oberschenkel, die Beine und Füße. Relativ einfach geht das mit einem Bodyscann, bei dem du von oben nach unten durch den Körper spürst und alle Muskeln so nach und nach loslässt.

Achte auf deine Atmung

Der Atem steuert den Geist. Immerhin begleitet er dich schon dein ganzes Leben. Bist du aufgeregt atemst du schnell, bist du entspannt atmest du langsam und tief. So kannst du umgedreht auch deinen Atem nutzen, um deinen Geist zu beruhigen, indem du tief und langsam atmest. Atme zu Beginn deiner Meditation in den Bauch hinein und atme so vier Sekunden lang ein und einen Herzschlag länger aus. Du kannst auch zu einer kurzen Atempause nach Ein- und Ausatem kommen. Einfach nur ein bis zwei Herzschläge den Atem anhalten, so wird dein AtemmusterwWellenförmiger und wirkt noch beruhigender.

Konzentration ist der Schlüssel zur Meditation

Egal auf welche Art und Weise du meditierst, du möchtest deinen Geist loslassen. Dies geschieht durch beständige Konzentration. Entweder auf den Atem, ein Energiezentrum, eine Affirmation oder ein Mantra. Jeder andere Fokus ist ebenso gut, an den du deinen Geist binden kannst.

Dein Geist wird sich stetig ablenken lassen, das darf auch so sein also nimm es ihm nicht übel, aber du möchtest das bemerken und dich dann wieder ganz leicht und verspielt auf dein Fokusobjekt konzentrieren. Durch die angestrengte Einpünktigkeit fällst du dann irgendwann in die anstrengungslose Einpünktigkeit, und dort möchtest du hin. Stille im Geist, der Geist fokussiert auf ein Ziel, nichts lenkt ihn mehr ab, und das alles ganz anstrengungsfrei. Es kann dauern bis dies geschieht, und oft wirst du ständig abgelenkt sein. Das macht nichts, du bist ja noch am üben…und auch die Übung bewirkt schon so viel Positives!

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Wie finde ich meine Technik?

Nun, vielleicht ist es die, die als erstes zu dir kommt. Oder es ist die, mit der du am leichtesten deine Erfahrungen machst. Es ist jedenfalls die, die es dir ermöglicht länger zu meditieren, länger deinen Geist zu fokussieren, denn Konzentration ist der Schlüssel und es ist die, die dich dazu bringt eine feste Regelmäßigkeit aufzubauen.

Denn Regelmäßigkeit ist wichtig. Man wird nur besser in etwas, wenn man Zeit aufwendet. Je mehr Zeit man aufwendet, desto besser wird man. Ganz einfach oder?

Es wird dir helfen, wenn du immer eine bestimmte Zeit lang mit den verschiedenen Techniken übst. Vielleicht ein oder zwei Wochen. Manchmal wird es kürzer sein, und manchmal wird es länger sein. Die Techniken zu wechseln ist nicht verboten, probiere dich aus. Und als kleiner Tpp: Gerade die, die dir vielleicht am Anfang am wenigsten zusagt einfach mal etwas länger probieren, so lernt dein Geist etwas mehr sich anzupassen.

Du wirst wissen, wenn du sie gefunden hast

Und dann blieb ich am Anfang einfach dabei, meinen Atem zu beobachten, ganz in der Stille. Dies führte mich zu innerem Frieden. Ich fühlte mich nicht mehr verloren, oder in einem Loch gefangen und ich hatte auch wieder diese, bei vielen ganz natürlich fließende Energie und Kraft, den Alltag zu bewältigen. Und dann kam die Heiterkeit wieder und mit der Heiterkeit tiefere Freude. Und je mehr ich saß, umso mehr gewann ich diesen höheren inneren Frieden. Dann fing ich an immer länger zu sitzen. Ich baute meine Meditation auf fünfundvierzig Minuten aus und setzte mich dann auch zweimal am Tag hin.

Dann, durch die Regelmäßigkeit und Freude an der Meditation, an den Momenten des Friedens, die ich mir selbst schenken konnte, konnte ich auch irgendwann Schritt für Schritt die Meditation auf anderthalb Stunden am Stück ausbauen.

Als ich dann im Ashram lebte, und mit vielen Praktizierenden zusammen war, trafen wir uns in einer kleinen Gruppe, und saßen dann zwei Stunden. Da war ich dann soweit. Ich hatte einen festen Ablauf, den ich geistig durchging um mich auf die lange Meditation vorzubereiten, und so saß ich dann irgendwann drei Stunden am Stück.

Dann geschah wirklich viel

Also blieb ich gleich sitzen und schloss wieder die Augen. Und wie ich da saß! Der Rücken gebeugt, die Stirn, ja die Muskeln im ganzen Gesicht angespannt, mein ganzer Körper hielt hier und da, überall fest. Und siehe da, als der Drang die Augen aufzumachen wieder so groß wurde, dass ich ihn nicht aushalten konnte, riss ich die Augen auf, und es waren wieder nur drei Minuten rum. Ich war erstaunt über dieses intensive Bedürfnis die Augen zu öffnen, um zu wissen, was um mich herum los ist. Dabei saß ich zu Hause in meinem sehr gemütlichen und sehr ruhigen Wohnzimmer. Warum konnte ich nicht länger meditieren?

Also begann ich, mir meinen Wecker zu stellen, und stellte ich mir den Wecker in den nächsten Tagen auf eine bestimmte Zeit ein, erst fünf Minuten, dann sieben, dann zehn und schließlich saß ich am vierten Tag ganze fünfzehn Minuten.

Welch ein Geschenk das ich mir selber machen kann!

Meditation bedeutet mir also nicht nur inneren Frieden, Gelassenheit und Kraft zu erlangen, sondern sie bedeutet auch das Leben ganz bewusst in seiner vollen Bedeutung zu erfahren, anzunehmen und zu lieben. Ganz einzutauchen in das Wissen um dieses einzigartige Geschenk, um seine Vergänglichkeit, und es damit Wertschätzen zu können. Und damit werden die weltlichen Sorgen plötzlich hinfällig und bedeutungslos. Ganz winzig klein werden sie, wenn du jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde in dem Bewusstsein lebst, das alles ein Geschenk ist, das alles zusammengehört, Licht und Schatten, Sonne und Regen, Einatem und Ausatem, Freude und Traurigkeit, Yin und Yang, Shiva und Schakti, Leben und Tod.

Und dann kommt da Dankbarkeit. Und wenn du dankbar bist, aus tiefstem Herzen…ist dann da noch für etwas anderes Platz in dir, als für die reine bedingungslose Liebe? Ich glaube nicht. Meditation ist also mein ganz eigener Schlüssel mit dem ich mein Herz öffne um grenzenlos und bedingungslos zu lieben. Das Leben an sich, das ganze Universum, die Zeit vom Anfang bis zum Ende, all die Spiele, all das Verrückte durcheinander.

Ich wünsch dir viel Spaß auf deinem Weg hin zu einem höheren inneren Frieden, mehr Lebensintensität, Ruhe und Kraft aus dir selbst heraus.

Om namah shivaya, Simon Sureshwara

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